Einblicke ins Simracing
0

Einblicke ins Simracing

Mar 29 Adrian  

Nur Daddeln am Computer, oder doch professionelle Rennsportsimulation? Simracing gehört zweifelsohne seit Langem zum elektronischen Sport und überzeugt Fahrer und Zuschauer gleichermaßen. Wir haben mit unserem 15-jährigen Talent Michael Rächl über Simracing gesprochen und einige interessante Einblicke erhalten!

Qualifying, Runde 1, Runde 2, Runde 3 – Rennsport eben. Für viele ist der Begriff “Simracing” wohl noch mit einigen Fragen behaftet. Dass die Unterschiede zum realen Motorsport dabei wirklich gering sind, weiß Michael Rächl ganz genau. Der 15-Jährige fährt bereits seit August 2016 die verschiedensten Rennen – aber eben von Zuhause aus.

“Im Simracing geht es eigentlich darum, dass man den Motorsport simuliert. Dabei kommt die Simulation dem echten Motorsport unglaublich nahe. Man sitzt halt eben Zuhause und nicht im echten Rennauto.”

Michael Rächl über das Simracing

Michael Rächl, der seit Anfang 2019 für EURONICS Gaming auf die Rennstrecke geht, betont im Interview, dass auch im Simracing die Emotionen hochkochen und man oft unter Strom steht:

“Bei jedem Rennen sind Emotionen dabei! Man trainiert viel, man bereitet sich vor und man möchte natürlich gewinnen bei all dem Zeitaufwand!”

Der Weg ins Simracing

Viele stellen sich beim Simracing immer wieder die Frage, wie man eigentlich ‘professioneller’ Fahrer wird. Der Weg dorthin unterscheidet sich signifikant von dem Weg in den professionellen, realen Motorsport.

“Ins Simracing einzusteigen, ist eigentlich ganz einfach. Man kann prinzipiell mit ziemlich wenig Geld anfangen, aber auch gleich sehr viel Geld in die Hand nehmen. Dann braucht man einen PC oder eine Konsole, wobei die meisten Simracer auf dem PC fahren. Im Anschluss kauft man sich eine Simulation, z.B. Iracing, Raceroom oder Assetto Corsa. Wir bei EURONICS Gaming sind z.B. hauptsächlich in Raceroom und Assetto Corsa vertreten. Wenn man dann ernsthaft spielen möchte, kauft man sich noch ein Lenkrad und im Prinzip kann es dann losgehen.”

Michael Rächl über das Simracing

Natürlich reicht es nicht nur, das passende Equipment zu haben. Zu jedem Wettbewerb gehören natürlich Ehrgeiz, Training und auch Spaß. Zwischen den Fahrern gibt es, so Michael Rächl, Unterschiede hinsichtlich des Equipments. “Einige fahren auch nur mit einem Controller”, gibt unser Fahrer uns im Interview bekannt. “Das ist aber eigentlich die Minderheit”, denn laut Rächl benutzen die meisten Fahrer teure Lenkräder.

“Es gibt natürlich auch richtige Simulatoren, in denen auch die Kräfte simuliert werden, die auf das Auto einwirken. Sowas kostet dann durchaus mal 10-15000 Euro. So ein High-End-Equiptment braucht man aber nicht, denn ein gescheites Lenkrad reicht in der Regel, vor allem für Einsteiger.”

Michael Rächl über das Simracing

Michael Rächl ist selbst über den realen Motorsport zum Simracing gekommen:

“Ursprünglich komme ich vom Kartfahren. Wer sich etwas auskennt, weiß, dass der Motorsport kein günstiges Unterfangen ist. Um die hohen Kosten zu meiden, habe ich mich etwas umgehört und nach Alternativen geschaut. Letztendlich bin ich aufs Simracing gestoßen, da ich mich vor allem für den kompetitiven Bereich interessiert habe. Die zahlreichen Online-Ligen haben Simracing sehr attraktiv für mich gemacht. Ich habe mir dann ein Lenkrad, einen Playseat und Raceroom gekauft und dann einfach begonnen.”

Simracing vs. professioneller Motorsport

Im Gespräch erzählt uns unser Fahrer Michael Rächl, dass es durchaus Leute gibt, die über Simracing den Weg in den professionellen Motorsport geschafft haben. Auch EURONICS Gaming CEO Kevin Westphal, der selbst ein begeisterter Simracer ist, betonte, “dass gute Simracer definitiv auch im echten Auto gut fahren.”

“Natürlich wäre es ein Traum, später mal im echten Auto zu sitzen. Realistisch gesehen ist dies allerdings eine sehr schwere Sache, denn ohne viel Geld funktioniert dies eigentlich nicht. Dadurch, dass Simracing das reale Auto aber wirklich gut simuliert, ist Simracing definitiv mit echtem Motorsport vergleichbar. Auch professionelle Rennfahrer bereiten sich hin und wieder mal mit Simulationen auf Rennen vor.”

Michael Rächl über das Simracing

Michael Rächl investiert selbst sehr viel Zeit in Training und Vorbereitung. Um auf Wettbewerbe perfekt vorbereitet zu sein, fährt unser Fahrer fast täglich mehrere Stunden. An den Turnieren und Rennen nehmen laut Rächl sehr viele Fahrer teil und auch der Wettkampfcharakter sei äußerst hoch:

“Ich habe 2017 das erste Mal an einer eSport-Meisterschaft teilgenommen und gemerkt, dass die Konkurrenz unglaublich groß und gut ist. Bei solchen Turnieren können sich Menschen aus der ganzen Welt beweisen. Bei der ADAC GT Masters können sich z.B. die 30 besten Fahrer, die die besten Zeiten auf dem Leaderboard haben, für ein Onlineturnier qualifizieren. Das Niveau ist unglaublich hoch.”

In der Zukunft möchte unser Fahrer sich unbedingt weiter verbessern:

“Ich bin eigentlich ziemlich zufrieden mit meiner Leistung, trotzdem bin ich unglaublich motiviert, mich hier bei EURONICS Gaming weiter zu verbessern. Ein ganz konkretes Ziel habe ich noch nicht vor Augen, wobei ich natürlich später unbedingt mal eine dieser Competitions gewinnen möchte – das wäre einfach nur ein Traum von mir.”

Im Gespräch wird immer deutlicher, dass Simracing in professionellen Strukturen abläuft. Ein großer Unterschied ist allerdings, dass Simracing der größeren Masse zugänglich ist. So können sich Fahrer z.B. für Turniere qualifizieren, indem sie gute Zeiten fahren und sich mit diesen auf dem Leaderboard qualifizieren (Zeitfahren). Bei den GT Masters werden dann die 30 besten Fahrer zum Rennen eingeladen. Laut ESG-Fahrer Michael Rächl steigert dies “unglaublich den Wettkampfcharakter, weil immer anderer Fahrer dabei sein können.”