Kevin Westphal: “Die Prime League ist unglaublich gut.”
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Kevin Westphal: “Die Prime League ist unglaublich gut.”

Mar 21 Adrian  

Nach dem knappen Aus in der Prime League haben wir uns mit unserem CEO Kevin Westphal getroffen und über die erste Saison in der neuen Prime League gesprochen. Woran unser Team mit Blick auf die nächste Saison arbeiten muss, erklärt er im Interview!

Wie sahen die Ziele vor der Saison aus und wie würdest Du den Verlauf der Prime League einordnen?

“Unser Ziel war es am Anfang ganz klar, um den deutschen Titel zu spielen und es auf die EU Masters zu schaffen. Beides ist jetzt leider nicht der Fall. Man merkt einfach, dass die Leistungsdichte fast schon unheimlich ist und ich würde behaupten, dass das in diesem Ausmaß vorher nicht der Fall war. Allein am Beispiel von GamerLegion sieht man, was in der Liga alles möglich ist. Mit Blick auf unsere Leistung bleibt festzuhalten, dass wir die Playoffs definitiv hätten erreichen müssen. Das wäre auch realistisch gewesen.
Leider hatten wir in der Saison einige Probleme, die sich auf unsere Performance ausgewirkt haben. Wenn wir so gespielt hätten wie am Anfang der Saison, dann hätte es natürlich jetzt ganz anders ausgesehen.”

Die ersten Wochen liefen sehr gut. Wie konnte das gelingen?

“Ich denke, dass viele Teams am Anfang eben noch nicht richtig eingespielt waren und wir diese Lücke durch unsere Erfahrung im Team kompensieren konnten. Unsere Kommunikation war immer sehr gut, weil unter anderem Cinkrof große Teile davon übernommen hat und unser Team gelenkt hat. Wir haben dann leider nicht dieselbe Entwicklung hingelegt, wie es die anderen Teams gemacht haben. Im Team gab es zeitweise verschiedene Meinungen zu Abläufen, was sich auf die Leistung in der Kluft auswirkte. Für die Zukunft müssen wir daran arbeiten, dass wir alle noch stärker an einem Strang ziehen und Kompromisse eingehen, denn wir haben natürlich alle das Ziel vor Augen, erfolgreich zu sein.”

Wie war die Stimmung im Team?

“Wir haben vor der Saison entschieden, dass wir die Aufenthalte im Haus als Bootcamp gestalten, also immer nur monatsweise zusammen dort leben. Es hat sich dann aber herausgestellt, dass unsere Leistung abnahm, als die Spieler von zu Hause aus spielten. Im Haus war die Kommunikation einfach besser und vor Ort ist es auch immer leichter, Probleme zu besprechen. Für die kommende Saison werden wir wahrscheinlich wieder eine dauerhafte Lösung anstreben, auch wenn so etwas natürlich nicht ganz einfach ist, wenn die Spieler über mehrere Monate hinweg zusammenleben, denn in einem Team gibt es immer ganz unterschiedliche Typen. Insgesamt ist die Stimmung im Team aber gut.”

Ist die Prime League so verlaufen, wie Du es Dir vorgestellt hast?

“Die Prime League als Liga ist wirklich sehr cool, die Produktion ist super. Es passiert immer was, es gibt keine langen Downtimes und deswegen macht es einfach Spaß, die Prime League zu verfolgen. Mit Broeki und Co. in der Analyse ist das Niveau der Übertragung auch sehr professionell. Ich denke, die Prime League profitiert sehr davon, dass einzelne Spielertypen sehr unterhaltsam sind und gerade in den Interviews nach den Matches für einen hohen Unterhaltungsfaktor sorgen. Auch die Zuschauerzahlen finde ich überzeugend, auch wenn das gegen Ende der Liga nochmal etwas abgenommen hat. Insgesamt denke ich, dass es sich wirklich gelohnt hat, die deutschen Ligen zusammenzuführen.”

Habt ihr die Saison im Team schon analysiert? Wie geht es jetzt weiter?

“Jetzt ist erst einmal Pause, bis die reguläre Saison beendet ist. Im nächsten Monat finden dann die EU Masters statt, die wir zusammen verfolgen werden.

Was die vergangene Saison anbelangt, wissen wir eigentlich alle, woran es letzten Endes gelegen hat. Wir haben schon zahlreiche Gespräche geführt, unsere Fehler analysiert und uns diese bewusst gemacht. Wann die neue Saison beginnt, wissen wir jetzt noch nicht genau, gerade wegen der aktuell sehr prekären Lage aufgrund des Corona-Virus. Im besten Falle kommen wir aber alle schon vor dem Saisonstart im Haus zusammen, um uns auf die Saison vorzubereiten. Wir wissen, was wir verbessern müssen: Jeder im Team muss jetzt offen für neue Vorschläge sein, damit wir alle an einem Strang ziehen können. Es gilt jetzt, an sich zu arbeiten und gemeinsam zu Lösungen zu gelangen. Ich bin zuversichtlich, dass wir in der nächsten Saison wieder stärker sein werden, denn die Dinge, die vielleicht nicht ganz optimal liefen, können wir verbessern! Unser Team kann viel erreichen und ich freue mich daher auf die neue Saison.”